1. Vorwort
Die
Philosophie scheint im aufgeklärten Materialismus eine endgültige
Welterklärung gefunden zu haben. Auf der Suche nach Lebenssinn
wenden sich jedoch immer mehr Menschen spirituellen Ideen zu oder
versuchen, ihre traditionelle Religion mit dem Verstand in Einklang
zu bringen.
Dieses Buch entwickelt als Orientierung für
religiös oder spirituell orientierte Menschen eine moderne
idealistische Philosophie, die eine gegliederte Verbindung zwischen
dem Reich des Geistes, der materiellen und der sozialen Welt sichtbar
macht. Der Autor beschreibt dazu mit Methoden einer erweiterten
Dialektik die Welt als das Ergebnis eines
Differenzierungsprozesses innerhalb eines bewussten SEINS. Der
Grundwiderspruch zwischen Werden und Vergehen entfaltet in diesem
Prozess eine Genesis von sieben Lebensbereichen mit jeweils
spezifischen Qualitäten. Was als logisches Gedankenspiel beginnt,
führt zu erstaunlich ernsten Konsequenzen: Der Mensch erscheint als
Erschaffer, Bewohner und Richter seiner eigenen Welt – im
materiellen, sozialen und im metaphysischen Sinn.
In
seinem Modell verarbeitet der Autor die Erkenntnisse moderner
Soziologie und Physik, aber auch die Erlebnisse spiritueller Meister
sowie vedische, buddhistische und christliche Weisheit. Wer dem Autor
folgt, dem eröffnen sich überraschende Einsichten in Struktur und
Sinn unseres Daseins.
Er erlangt eine neue Sicht auf die Welt
und auf die Beziehungen zwischen psychologischen, metaphysischen und
politischen Phänomenen. Das nachvollziehbar schrittweise
entwickelte Weltmodell basiert auf wenigen Prämissen und ist
derart weit gespannt, dass es alle Bereiche menschlichen Lebens
umfasst. Gleichzeitig ist es so konkret, dass die Bedeutungen oft
benutzter Alltagsbegriffe in seinem systematischen Kontext besser
verstanden werden können.
Das Modell erhebt keinen Anspruch
auf Exklusivität, sondern bietet sich als eine von vielen
Alternativen an, unsere Erfahrungen für den Verstand zu ordnen, ohne
religiöse oder spirituelle Erfahrungen auszuschließen. Seine
Universalität verleiht ihm die Integrationskraft, die unsere
Gesellschaft in ihrer Zerrissenheit zwischen materialistischer
Moderne, Esoterik und archaischem Religionsverständnis dringend
benötigt.
Konsequenterweise
ergeben sich aus diesem neuen Ansatz vielfältige
Anwendungsmöglichkeiten - sei es im beruflichen Alltag, in der
Pädagogik, in der Therapie oder bei der Organisation politischer
Strukturen. Für die Diskussion über unsere Identität und unsere
Werte liefert dieses Buch Orientierung und definiert eine Vielzahl
von Schlüsselbegriffen1
des Diskurses.
Das Buch verzichtet auf Bezüge zur
Philosophiegeschichte, erfordert jedoch ein gewisses Maß an
philosophischer Abenteuerlust und viel Liebe zur Abstraktion.
1 Die Namen der Reiche werden in diesem Buch in Großbuchstaben geschrieben, die Namen der jeweiligen Hauptelemente der Reiche in kursiver Schrift – Die Matrix aller verwendeten Schlüsselbegriffe ist im Kap. 24 zu finden.