1. 7. Das Reich der PERSONALITÄT

Unser Prozessmodell beschreibt die Welt als eine Genesis von Prozessen, welche SUB-Prozesse in sphärisch ineinander geschachtelten SUB-Reichen erzeugen. Die Entstehung und Abfolge der Reiche ist dynamisch und logisch-kausal, aber nicht nur als zeitlicher Prozess zu verstehen. Die Welt besteht nach diesem Modell permanent aus den hier beschriebenen hierarchisch ineinander geschachtelten Qualitäten in unendlich komplexen dynamischen Zusammenhängen. Das Leben strömt in jedem Moment unserer Existenz aus dem SEIN in uns und in die von uns geschaffenen Formen.

Das Reich der EXISTENZ hat aus Werden und Vergehen die unbestimmte Kategorie des Bleibens hervorgebracht.
Doch was stabilisiert das Bleibende im Fluss von Werden und Vergehen?

In diesem Modell wird die Stabilität des Bleibens durch eine selbstbezügliche, jedoch im Gegensatz zur EXISTENZ nun vollständig geschlossene Forme konkretisiert1. Die Geschlossenheit erschafft einen privaten Innenraum innerhalb des Bleibens der EXISTENZ, der vom Rest der EXISTENZ abgeschlossen ist, wie der Innenraum einer Blase.

Der in sich geschlossene Fluss erzeugt die Tendenz zur Selbstbewahrung. In sich abgeschlossene Selbstbezüglichkeit des Bleibens erzeugt in unserem Modell Individualität und damit die Bewusstseinseigenschaft der PERSONALITÄT. Es sind beliebig viele Personen innerhalb des Bleibens der EXISTENZ denkbar.

Eine Person entsteht also, indem sich ein Individuum von einer anderen Person abgrenzt und in dieser Abgrenzung bestätigt wird. Auf diese Weise innerhalb des Bleibens der EXISTENZ entstehende Personen bedürfen also zur Entstehung und Aufrechterhaltung ihrer Personalität der Aufmerksamkeit eines Gegenübers. Sie sind immer ein „Geschenk“ einer anderen Person.

Wenn Roboter ein Kind ohne Kontakt zu anderen Menschen großzögen, entstünde kein Mensch. Entsprechende Versuche mit Kindern in der Anfangszeit psychologischen Forschens endeten mit dem Tod der Kinder.

Der Umfang der Blase, die Abgrenzungsfläche einer Person, bildet sich bei Menschen in der Kindheit durch Aufmerksamkeit anderer wie eine durchscheinende Haut und härtet mit dem Erleben der Bestätigung der eigenen Individualität aus wie eine Eierschale. Die Strukturen des so abgeschlossenen ICHs werden von der gemeinsam geteilten EXISTENZ getrennt und das Bewusstsein für die eigene Unvollständigkeit entsteht. Die aktive Dynamik des SEINS sucht die Abgrenzung durch Wachstum oder Vervielfältigung zu kompensieren. Dies ist das Prinzip der Mutterschaft. Die Unvollständigkeit der Mutter vervielfältigt sich jedoch immer mit. Als Gegenentwurf der Mutterschaft entsteht die Vaterschaft als Einschränkung und gleichzeitig Vervollkommnung der Mutterschaft.

Im Gegensatz zu den Wesen der EXISTENZ, deren Qualitäten trotz ihrer Selbstbezüglichkeit ineinander fließen, sind Personen auf Grund ihrer individuellen Abgrenzung im Bleiben auf Bindungen nach außen angewiesen. In diesen Außenbindungen suchen Personen die verlorene Offenheit und Verbundenheit als Gegenpol zum abgegrenzten ICH-Bewusstsein. Das Reich der PERSONALITÄT ist daher das Reich der Beziehungen. Der Mikrokosmos der Innenräume steht in diesem und in den folgenden Reichen dem Makrokosmos der Beziehungen der Individuen gegenüber. Die Versuchung, die verlorene Balance zwischen Verbundenheit, Zentriertheit und Offenheit wieder herzustellen kann so groß sein, dass sie zur Aufgabe der Identifikation mit dem eingeschlossenen ICH führen kann.

Das SELBST erweitert dann seinen Radius und umfasst die Personen einer Gruppe. Das integrierende Medium der Gruppe ist meist ein Element des Reiches der EXISTENZ, dessen Liebe dann empfunden und in einem Kult ausgelebt wird. Dies können Kulte des Vernichtens, des Erzeugens und des Bleibens sein. 2

Die individuelle Reife von Personen erfolgt in der Regel durch die Erfahrung totaler Isoliertheit nach Abnabelung von den Eltern und Aufgabe bzw. Unterbindung der Beziehungen zur Gruppe Gleichaltriger. In diesem Prozess ohne Außenbeziehungen wird das ICH gezwungen, die Elemente der EXISTENZ in sich auszubalancieren, was zu einer Selbstzentrierung des ICHs führt. War dieser Prozess erfolgreich, kann die „Eierschale“ der ICH-Hülle aufgegeben werden und Beziehungen zwischen zentrierten, gegliederten Personen in Form von Verbundenheit und Offenheit werden möglich. ICH und SELBST gehen dann fließend ineinander über.

Diesen Prozess auf der Ebene der PERSONALITÄT zu ermöglichen und zu forcieren, war einst die Aufgabe von Initiationsritualen. Heute verlagert sich dieser Prozess auf das Reich der REGELN und die darauf folgenden Reiche (siehe Kapitel 8 bis12) und drückt sich dort als die Suche nach dem Ausleben der individuellen Bestimmung aus. Diese konfliktträchtige Methode der Harmonisierung des ICH wird als Selbstverwirklichung bezeichnet. Sie führt jedoch selten zum Erfolg, weil sie nicht in der erforderlichen vollständigen Abgeschiedenheit des ICHs erfolgt, sondern in kontinuierlicher Interaktion mit der sozialen Umwelt. Dass sich viele unreife Menschen oft ihr ganzes Leben auf diesem Weg befinden und immer wieder die Gemeinschaft und Gesellschaft benutzen müssen, um sich zu stabilisieren, ist das Problem unserer Zeit - vielleicht aber auch der Antrieb der modernen Entwicklung.3

Bei jedem Gebet und jeder Meditation geht es im Grunde um die Herstellung von Abgeschiedenheit, die eine Zentrierung des ICHs und seine Stabilisierung in Balance der Werte der EXISTENZ ermöglicht. Erst dann kann sich das ICH dem SELBST öffnen, ohne in seiner Offenheit zu vergehen. Das Geheimnis der Balance ist, dass sie nur in Hingabe gegenüber dem SEIN bzw. dem Wesen des Bleibens zu erreichen ist. Diesen einsamen Tod des Samenkornes muss jedes ICH sterben, um als Baum des SELBST wiedergeboren zu werden.

Doch zurück zu den Grundsätzen der PERSONALITÄT: Die Faszination der gegenseitigen Erkenntnis der bleibenden Personen (im Vergleich zu den drei verwobenen Wesen der EXISTENZ) besteht in der großen Ähnlichkeit ihrer Qualität und ihrer gleichzeitigen Trennung, was große Anziehung erzeugt. Die verbleibenden Unterschiede sind auf mehreren Ebenen zunächst bipolar, was Spannung erzeugt.

Zwischen der Frau als Vertreterin der Mutterschaft und dem Mann als Vertreter der Vaterschaft entsteht das Spannungsfeld von Verschmelzungssehnsucht und Selbstbewahrung, das sich in der Synthese des Kindes löst. Damit ist das KIND die Antwort des Reiches der PERSONALITÄT auf die Unbestimmtheit des Bleibens der EXISTENZ. Mit dem Kind entsteht Identität und Individualität als Ausdruck der Selbstbewahrung der PERSONALITÄT in Form eines unbestimmten Lösungsfeldes4. In der Kindschaft ist die Polarität von Mann und Frau zunächst aufgehoben, was ihr jene natürliche Ausstrahlung verleiht, welche die Balance der Elemente der EXISTENZ mit sich bringt, bevor die Eierschale des ICH entsteht und durchbrochen werden muss.

Die Triade der PERSONALITÄT lautet: Mutterschaft-Vaterschaft-Kindschaft





Das Reich der PERSONALITÄT ist also der „Himmel, in dem Ehen geschlossen werden“. Die Mutterschaft ist dabei gemäß unserer numerologischen Regeln der Vaterschaft gegenüber primär anzusehen.5 Mutterschaft steht für Fortpflanzung an sich – bei sexueller Fortpflanzung in Verbindung mit der Auswahl genetisch bestimmter erfolgsversprechender Eigenschaften des Vaters. Während die Mutterliebe zu dem so entstandenen Kind meist bedingungslos ist, steht die Vaterschaft für die Auswahl – bzw. auf kultureller Ebene für die Forderung nach dem Erwerb – von möglichst passenden Fähigkeiten. Die mit der Sexualität verbundene Selektions- und Lenkungseigenschaft der Vaterschaft lässt uns diese gegenüber der mütterlichen Potenz der Fortpflanzung überbewerten. Selektion und Lenkung sind jedoch typische Eigenschaften der numerologischen „2“ und als solche innerhalb jeder Triade sekundär.

Die drei primären Werte des Reiches der EXISTENZ: Verbundenheit, Zentriertheit und Offenheit wirken im Reich der PERSONALITÄT entsprechend seiner Qualitäten: MUTTERSCHAFT, VATERSCHAFT und KINDSCHAFT in der Form von: Einfluss, Herrschaft und Anpassung.

Im absteigenden Pfad der aktiven Dynamiken werden die Urbilder der Kindschaft durch die Qualitäten von Mutter- und Vaterschaft als Feld von Möglichkeit vorgeformt. Nach der Konkretisierung der Kindschaft in den folgenden Subreichen tritt das Kind im Idealfall als Person und Urbild höherer Harmonie neben seine Eltern.

In der metaphysischen und soziologischen Praxis der PERSONALITÄT, im sozialen Makrokosmos, sind beliebig viele Kinder denkbar, die in verschiedener Weise die Charaktere und Temperamente ihrer Eltern kombinieren und das Reich durch die Vielfalt ihrer Beziehungen schaffen.

Soziale Empfindungen und Leidenschaften gestalten dieses Reich: Hingabe und Selbstbewahrung, Achtung, Anerkennung, Eifersucht und Liebe6, Neid und Hass, Vertrauen und Misstrauen, Rache und Vergebung, Machtwille und Unterwerfung, Schuld und Scham, Hochmut, Verachtung, Freundschaft, Feindschaft, Trauer und Freude.

Grundlage aller dieser Gefühle ist die Faszination, einem gleichartigen Wesen gegenüberzustehen. Die eigene Identität erzeugt Interesse an der Identität anderer und verweist auf das folgende Reich der REGELN.

Die entscheidende Qualität einer Person aber ist die Souveränität. Erst in Souveränität hat sie die Abhängigkeit von ihren erzeugenden und prägenden Personen überwunden und ist fähig, in SUB-Reiche abzusteigen, um die eigene Bestimmung zu suchen oder aufzusteigen in das Reich der EXISTENZ. Souveränität bedarf nicht der Anerkennung anderer. Sie entsteht im ICH in einem Akt der Emanzipation von anderen Personen durch die Erkenntnis der eigenen Verwurzelung im Reich der EXISTENZ und der Teilhabe an der Universalität des SEINS. Sie ermöglicht die Tugend des Reiches der PERSONALITÄT: die Toleranz. Die Grenzen der Toleranz werden durch das Ideal des Gleichgewichts der drei Elemente der EXISTENZ bzw. ihrer Werte: Verbundenheit, Zentriertheit und Offenheit definiert. Richtig verstanden, löst Toleranz die Identifikation mit allen Folgereichen.

Souveränität einer Person ist der wahre Wert, der sich hinter dem modernen Begriff der Individualität verbirgt. Souveränität ermöglicht die Herstellung des Gleichgewichtes zwischen den drei Elementen der EXISTENZ innerhalb einer Person, wie es das Ziel der Initiationsrituale war, auch während des Zusammenlebens mit anderen Personen. Solange die Souveränität durch eine Person nicht erreicht wird, ist die Person zur permanenten Verteidigung ihrer eigenen Unvollkommenheit und zum Schutz ihrer instabilen Zentriertheit gegenüber äußeren Einflüssen gezwungen. Es entsteht Angst vor Vernichtung der eigenen Person, Suche nach Individualität und im Gegenzug der Hang zur Kontrolle anderer Menschen. Die Universalität wird dann nicht in sich, sondern in der Masse der Beziehungen zu anderen Menschen gesucht.

Wie in chemischen Verbindungen versuchen Personen in Beziehungen alle Valenzen (Bindungskräfte) vollständig in Beziehungen einzubringen. Dies geschieht am leichtesten in exklusiven 1:1 Beziehungen (Ich und mein Partner) oder in 1: ∞ Beziehungen (Ich und die Welt). Souveränität ist in diesen Beziehungsformen scheinbar billig zu haben. Komplexe Gruppenbeziehungen sind demgegenüber anspruchsvoller und wollen gelernt und mit Liebe aus dem Reich der EXISTENZ harmonisiert sein. Wem dies zu anstrengend ist, der sucht Funktionen in hierarchischen Strukturen,
wo er nach oben 1:1 Beziehungen und nach unten 1: ∞ Beziehungen pflegen kann.

Sexuelle Energie, durch die sich das Überfließen des SEINS im Reich der RESSOURCEN ausdrückt ist in diesem Modell auch in ihrer männlichen Form primär des Mutterschaft zugeordnet. Fortpflanzungskraft ohne die Kraft der Negation, die der Formkraft der Vaterschaft zu Grunde liegt, ist jedoch monströs. Das Erleben der Unvollständigkeit der Mutterschaft ohne die Formkraft der Vaterschaft bzw. der Formkraft der Vaterschaft ohne die Mutterschaft ist ein großes Hindernis zur Erlangung von Souveränität bzw. Zentriertheit. Initiationsrituale wurden deshalb zu Beginn der sexuellen Entwicklung durchgeführt. Der Umgang mit Sexualität steht bei allen Religionen im Mittelpunkt spiritueller und moralischer Belehrungen bzw. Manipulationen.

Die Methode des Zölibats besteht nach diesem Modell darin, die Identifikation des SELBST mit seiner geschlechtlich gespaltenen Veräußerung im Reich der PERSONALITÄT zu schwächen und im Reich der EXISTENZ zu integrieren. Was sich auf dem spirituellen Weg spontan ereignen kann, führt als Methode noch tiefer in die innere Spaltung.
Wer junge Menschen auf diesen Weg schickt, will sie in der Regel durch die Schuld ihres Versagens manipulieren.

Im passiven Pfad dieses Reiches der PERSONALITÄT kehrt das verlorene Kind zu seinen Eltern zurück und hat die Aufgabe, die Bipolarität von Mutterschaft und Vaterschaft auszugleichen. Im Lebenslauf ist dies die Aufgabe des Alters.

Neuschaffungen von Personen erfolgen prozesstechnisch durch die Schaffung und Aufrechterhaltung neuer Selbstbezüge des immanenten SELBST im Reich der PERSONALITÄT und ihrer Prägung durch andere Personen7. Dies geschieht auch bei der Zeugung und Erziehung von Menschen im Reich der RESSOURCEN. Personen sind nach diesem Modell voneinander abgeleitete Individuen – es sei denn, ein Wesen des Reiches der EXISTENZ tritt neu hinzu.

Wesen, die direkt aus dem Reich der EXISTENZ im Reich der RESSOURCEN inkarnieren, werden im Hinduismus wie im Christentum als „ungezeugt“ beschrieben, weil sie die Dialektik der sexuellen Spaltung nicht in sich tragen.

Unterschiede zwischen Personen ergeben sich als „Persönlichkeit“ bzw. „Identität“ durch die Verschiedenartigkeit der Identifikationsmuster der Personen mit den Werten der EXISTENZ und ihrer Abbildung auf die Reiche. Aus den Mustern der Identität entstehen im Reich der PERSONALITÄT Interessen und in den folgenden Reichen individuelle Bestimmungen, Körper, Rollen und Funktionen.

Auch im Reich der GESELLSCHAFT (siehe Kapitel 11) ist es kein Zufall, dass Rechtssubjekten wie Firmen Personeneigenschaften zugeschrieben werden. Innerhalb von Institutionen wiederum werden alle Aufgaben Personen zugeteilt.

Die Dynamik im Reich der PERSONALITÄT wirkt also als Beziehung zwischen den Personen. Die Dialektik von Aktivität und Passivität drückt sich hier durch Absicht und Erwartung aus. In diesem Feld entsteht eine Spannung der Unbestimmtheit, die aus der Qualität der „3“ entspringt.

Die „saugende“ Erwartung, z. B. in Form von Erfolgserwartung oder als Drohung ist im Reich der PERSONALITÄT ein mächtiges Instrument, weil sie den unteren Reichen und ihren Regeln überlässt, wie die Erwartung erfüllt wird. Die aktive Absicht dagegen wird überschätzt, weil deren Umsetzung in den unteren Reichen permanent kontrolliert werden muss. Dies gilt für alle Dynamiken der Folgereiche.

Die Kommunikation im Reich der PERSONALITÄT erfolgt durch Austausch von Gefühlen, wie in einer Gruppe von Kindern, die sich in einem Raum selbst überlassen wird. Diese Unbestimmtheit sucht ihre Lösung im folgenden Reich der REGELN.

Wer sich nicht vorstellen kann, auf seine Person und ihre Gefühle reduziert zu sein, beobachte einen Chat von pubertierenden Mädchen im Internet, deren Identität ausschließlich aus ihrem Namen und ihrem Geschlecht besteht. Ohne wie ihre männlichen Altersgenossen schnell in die Welt der geregelten Spiele einzutauchen, genügen sie sich im Austausch ihrer Empfindungen. Auch in der Telefonseelsorge begegnen sich Personen ausschließlich auf dieser Ebene, um Gefühle zu bearbeiten.

Bevor wir in uns im nächsten Kapitel in die Welt der REGELN hinabbegeben, ein kurzer Ausflug in die Metaphysik des Reiches des PERSONALITÄT:

Wenn wir das Unsichtbare mit bedenken wie das Wachstum des Kindes innerhalb der Mutter sehen wir, dass das Vergehen mit der Geburt beginnt, wie auf kosmologischer Ebene der Entropie-Tod des Universums mit seiner Entstehung beginnt. Was wir als Leben bezeichnen sind selbstbezügliche Inseln negativer Entropie, die als Fließgleichgewichte Energiedifferenzen ausnutzend auf der Welle des vergehenden Universums reiten. Dies ist ein überaus fragiler Prozess, der entgegen dem ständigen Strom des Vergehens Formen erzeugt, die es wert sind, zu bleiben. Dieser Prozess des Entstehens von Leben ist über veränderliche Naturvariablen (die wir als Naturkonstanten bezeichnen) so exakt abgestimmt, dass unser Universum und unser Planet als ein unwahrscheinliches Wunder inmitten einer theoretisch unendlich großen Menge möglicher, aber nicht lebenswerter Universen erscheint.

Um dieses grandiose Spiel der Naturgesetze zu spielen, bedarf es der Kinder des metaphysischen Reiches der PERSONALITÄT, die mit ihren unterschiedlichen Charakteren das Universum erzeugen, ordnen und ausbalancieren. Die Mythologie kennt genügend Götter und ihre Spiele, so dass darauf nicht weiter eingegangen werden soll. Neben den verwandtschaftlich begründeten Beziehungen spielen die Täter-Opfer-Retter Beziehungen sicher eine besondere Rolle, aber auch Satan als Sohn Gottes und als Ankläger in der Hiob-Geschichte.

Auch unsere eigene Kindschaft gegenüber Gott wohnt im Reich der PERSONALITÄT. Wer sein höheres SELBST oder einen Schutzgeist sucht, der seine Bestimmung lenkt, wird hier fündig. Unser Glaube kann dann Berge versetzen, wenn er nicht aus unseren Gedanken, sondern aus unserer Personalität entspringt, denn alle Regeln sind von Personen gemacht.

Metaphysische Aspekte


Psycho-Soziale Aspekte















Reich

Triade


aktive
Dynamik ↓

aktive
Prozessphasen

Instanzen

passive
Prozessphasen

passive
Dynamik ↑















 

Werden

1

Wollen

Erscheinen

Würde

Richten

Empfangen


1

Absichtszyklus

EXISTENZ

Vergehen

2

Verwerfen

Wille

Würdigen


2

 

Bleiben

3

Pflegen

Werte

Ausgleichen


3










 

 

Mutterschaft

1

Absicht

Nähren

Wachstum

Integrieren

Erwartung


4

PERSONALITÄT

Vaterschaft

2

Definieren

Gestalt

Beurteilen


5

 

Kindschaft

3

Ausrichten

Interesse 8

Annehmen


6


1 Vorstellbar als Blase im Raum (Eine Blase hat eine 2-dimensionale Ausdehnung und ist 3-dimensional gekrümmt im 3-dimensionalen Raum. Sie schließt einen 3-dimensionalen Raum ein)

2 Die Fan-Kultur des Fußballs oder die Hingabe für das Vaterland sind profane Beispiele dafür.

3 Spätestens im Ruhestand steht die Zentrierung des ICHs dann wieder auf der Tagesordnung.

4 Dass ein Kind das unbestimmte Lösungsfeld der Widersprüche seiner Eltern ist, sollte ohne weitere Argumentation einleuchtend sein.

5 eine Fortpflanzung ohne Vaterschaft ist denkbar und in der Natur auch beobachtbar.

6 Personenbezogene Liebe, für die es in der deutschen Sprache kein separates Wort gibt.

7 Die Frage eines „Zwischenaufenthaltes“ und einer möglichen Widergeburt von Personen aus dem Reich der Ressourcen lässt sich nach diesem Modell leicht erklären. Ungeklärt bleibt die Frage, wie sich dieser Ansatz mit der oben beschriebenen “Schaffung“ von Personen im Reich der PERSONALITÄT vereinbaren lässt.

8 Einfluss, Herrschaft und Anpassung

6. Das Reich der EXISTENZ 8. Das Reich der REGELN