Unser Prozessmodell ist so weit gespannt, dass sich das gesamte materielle Universum in einem der sieben Reiche, im Reich der RESSOURCEN, beschreiben lässt. Andererseits ist der Anspruch dieses Modells an Universalität so groß, dass eine Selbstähnlichkeit der Reiche vermutet werden muss. D. h., innerhalb eines jeden Reiches sollten wiederum die Prinzipien der sieben Reiche erkennbar sein. Wie bilden sich also diese Prinzipien innerhalb des physikalischen Universums ab?
Da
wir uns innerhalb des RESSOURCEN-Reiches befinden, können wir Raum
und Zeit als gegeben voraussetzen.
Auf kosmologischer Ebene
geht das Reich der RESSOURCEN aus dem Regelreich hervor, in dem die
Gesetze
der Natur vereinbart wurden. Aus diesen Gesetzen
entsteht im Reich der RESSOURCEN der Kosmos als die Bühne für das
Spiel des Lebens. Gleichzeitig bringt das Reich der RESSOURCEN den
Menschen als Spieler auf dieser Bühne hervor und entlässt ihn zum
Spiel in das soziale Reich der GEMEINSCHAFT, in dem die Bestimmtheit
wieder verringert wird und die Freiheit zunimmt. Das Reich der
RESSOURCEN ist damit das Reich der Mitte, das Reich der Umkehr, der
größten Bestimmtheit und geringsten Freiheit.
In einem ersten Schritt suchen wir nach einem Mittelpunkt des RESSOURCEN-Reiches. Dieser sollte dort zu finden sein, wo die Bestimmtheit am größten ist und die Freiheitsgrade am kleinsten sind. Wie in den bisher erfolgten anthropologischen Betrachtungen der sozialen Reiche sollten sich dann durch Selbstorganisation die Freiheitsgrade wieder vergrößern und die Bestimmtheit verringern. In Anlehnung an Arthur Young: „Der kreative Kosmos“ soll diese Mitte, also die „Ressource“ des RESSOURCEN-Reiches, der "Stoff" in seiner chemischen Definition als Molekül sein. Youngs überzeugende Kriterien dafür sind das Fehlen von Freiheitsgraden, die vollständige Symmetrie und kleinste Homogenität (in diesem Modell „maximale Universalität“) im Vergleich zu den vor- und nachgelagerten physikalisch-chemisch-biologischen Reichen.
In der folgenden Tabelle sind die sieben physikalisch-chemisch-biologischen Reiche den sieben Reichen dieses Modell zugeordnet.
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SEIN |
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Zunehmende
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EXISTENZ |
3
Freiheitsgrade |
FELD |
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Abnehmende
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˅ |
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(Photonen Wirkungs-quanten) |
Offene
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(Mensch- |
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˄ |
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Abnehmende Freiheitsgrade |
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PERSONALITÄT |
2
Freiheitsgrade |
GESELLSCHAFT |
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Zunehmende Freiheitsgrade |
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˅ |
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˄ |
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Zunehmende Universalität |
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REGELN |
1
Freiheitsgrad |
GEMEINSCHAFT |
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Abnehmende Universalität |
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˅ |
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(Lokale Atome mit Zentrum und Eigenschaften) |
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(Pflanzen- |
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˄ |
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Ressourcen |
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Dem Reich der EXISTENZ mit dem vorherrschenden Gefühl der Liebe ist nach dieser Korrespondenz das Licht zugeordnet. Photonen durchdringen einander, wie sich die drei Elemente der Triade der EXISTENZ durchdringen. Sie sind Träger von Wirkung, ohne selbst beobachtbar zu sein. Ihr Wesen ist die Bewegung. Die Reichweite des Lichtes bestimmt die Ausdehnung der Existenz unseres Universums.
Dem Reich der PERSONALITÄT sind die selbstbezogenen Nuklearteilchen wie Protonen und Elektronen zugeordnet. In ihnen ist ein großer Teil der Energie in Masse und Ladung verdichtet. Als Fermionen verdrängen sie sich gegenseitig und sie treten nur als Paare oder in Dreiergruppen auf. Die Teilcheneigenschaft der Nuklearteilchen korrespondiert mit der Selbstbezogenheit der Personen im Reich der PERSONALITÄT. Ihre Bindungskräfte entsprechen den Beziehungen im Reich der PERSONALITÄT. Ihr Aufenthalt ist nur statistisch zu definieren, d. h., sie unterliegen wie Personen keinen deterministischen Gesetzmäßigkeiten.
Dem Reich der REGELN sind die Atome zugeordnet. Diese sind Objekte im Sinne von Ergebnissen von Beziehungen zwischen den Subjekten der Elementarteilchen. Durch Anzahl und Anordnung von Bausteinen entsteht ein begrenzter Satz an unterschiedlichen Strukturen und Valenzen von Atomen, die mit ihren Eigenschaften die Bausteine für das folgende Reich der Moleküle vorgeben.
Das Reich der RESSOURCEN wird durch die Vielzahl von molekularen Verbindungen gefüllt, die mit den Bausteinen des Atom-Reiches zu ermöglichen sind. Wenn wir die Anzahl der Atome mit Buchstaben vergleichen, sind die Moleküle die Wörter, die sich aus den Buchstaben bilden lassen. Die Moleküle selbst lassen sich wiederum in sieben Unterreiche einteilen, beginnend mit Kristallen bis zu den DNS-Molekülen, die wie der Denksinn des Menschen in der Lage sind, Informationen symbolisch zu speichern und Energie zu steuern. Diese Dialektik zwischen Energie und Information begründet die imaginären Reiche des Lebens, die Selbstorganisation der Materie. Deren erstes Reich ist das Pflanzenreich. Die DNS-Moleküle mit dem ihnen zugeschriebenen Genegoismus spielen damit im Sub-Reich der RESSOURCEN eine Rolle wie der Mensch mit seinem Denksinn auf anthropologischer Ebene. Sie sind Träger von Identität auf der Ebene der höchsten Bestimmtheit.
Das Pflanzenreich kollektiviert die in der DNS gespeicherte Information zu einer gemeinsamen vegetativen Lebens-form. Dies entspricht der Gemeinschaft der Menschen. Die Organisation erfolgt regelhaft, aber wird nicht durch ein separates Organ, wie einer Institution, zentralisiert. Dies geschieht im Reich der Tiere. Menschliche GEMEINSCHAFTEN geben sich gerne Pflanzennamen: „Margarethenhof“, „Lilienfeld“ usw. Die radiale Symmetrie des Pflanzenreiches entspricht der Personenbezogenheit des GEMEINSCHAFT-REICHES
Das Tierreich entspricht der zentrierten institutionalisierten Kollektivierung der Identität. Das Zentralnervensystem entspricht den Institutionen in menschlichen Gesellschaften. Es kann vorübergehend autonom gegenüber dem vegetativen System agieren, das auch das Tier am Leben erhält, muss ihm aber dienen. Tiersymbolik wird gerne von menschlichen Institutionen benutzt. Der Bundesadler ist ein nahes Beispiel, Wappentiere aller Art bevölkern die Fahnen und Siegel der Welt. Der Spiegelsymmetrie der Nuklearteilchen entspricht der Geschlechtlichkeit der Personen und dem Zweck-Mittel Dualismus der Institutionen.
Das Reich des Menschen auf der Sub-Ebene der RESSOURCEN entspricht dem Reich des FELDES. Mit ihm befinden wir uns wieder auf der anthropologischen Ebene des Prozessmodells. Mit dem Menschen wird die Dialektik von Energie und Information in die sozialen Reiche getragen.