1. 28. Die Suche nach dem Glück

Das gemeine Glück ist bipolar und flüchtig auf allen Ebenen. Wir empfinden es temporär im Moment der positiven Veränderung, als Belohnung für einen Schritt hin zur Harmonie, wie sie in dem betreffenden Reich zu erlangen ist.

Im FELD ist das Glück der Erfolg: Der Gewinn der Schlacht - sei es im Krieg, auf dem Markt oder im Kampf gegen uns selbst.

Als Teil einer Institution ist das Glück die vergrößerte Teilhabe an ihrer Macht und Ordnung bei einem Karriereschritt.

In der GEMEINSCHAFT erscheint uns die Beseitigung von Konflikten als Glück - wenn wir uns mit unserem Nachbarn nach langem Streit wieder vertragen.

Im Reich der RESSOURCEN ist die Erlangung von Gesundheit und Sicherheit das Glück, bis wir uns daran gewöhnt haben und es als selbstverständlich annehmen. Dann bleibt die Lust der Energieaufnahme oder Energieabfuhr eine Quelle des Glücks.

Im Reich der REGELN ist das Glück der Moment der Erfüllung unserer Bestimmung, im Reich der PERSONALITÄT der Austausch und die Anerkennung in Verbindung mit anderen Personen.

Im Reich der EXISTENZ ist das Glück die Wiedererlangung der Balance zwischen Werden und Vergehen - als wenn ein langer Krieg zu Ende gegangen ist.

Die Tugenden der Reiche helfen, das Glück innerhalb der Reiche zu finden, indem sie Raum schaffen, die Tendenz des Loslassens befördern und die Umkehr ermöglichen.

Dauerhaftes Glück ist in Identifikation mit den imaginären Reichen wohl schwer zu erreichen. Was aber zu erreichen ist, ist die Auflösung der Identifikation mit den Reichen. So bleibt uns zumindest deren Unglück erspart.

Das größte Glück wartet an der Schwelle zwischen den imaginären Reichen zu den reellen Reichen. Wir erfahren es, wenn es uns gelingt, im Körper lebend, gleichzeitig unsere Verbundenheit mit dem SEIN zu empfinden. Im ersten Schritt genießen wir das Schweigen, wenn der Lärm der Welt von uns abfällt. Dann empfinden wir unseren inneren Körper, der im Reich der REGELN wohnt und uns speist, der unsere Bestimmung IST:

Wenn er diese fünf Hindernisse in sich als beseitigt betrachtet, entsteht Freude. Dem Freudigen erwächst Heiterkeit. Dem im Geist Heiteren kommt der Körper zur Ruhe. Der im Körper Ruhige fühlt Glückseligkeit. Dem Glückseligen ordnet sich das Denken. Er verharrt, fern von Begierden, fern von unheilvollen Gedanken, mit Andacht, mit Überlegung, indem er die einsamkeitsgeborene heitere Glückseligkeit, die erste Schauung, erreicht hat. Ebendiesen Körper bedeckt und umgibt, erfüllt und durchdringt er mit einsamkeitsgeborener heiterer Glückseligkeit, so dass nichts an seinem gesamten Körper von der einsamkeits-geborenen heiteren Glückseligkeit unerfüllt bleibt.“ - Buddha

Fragt man die Weisen dieser Welt, raten sie uns nicht, das Glück zu suchen, sondern den Frieden, den man durch das Loslassen gewinnt. Doch solange wir das Glück in der Welt suchen oder festhalten, definieren wir eine Trennung zwischen uns und dem Glück.

Der Frieden wohnt im ungeteilten SEIN. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der Liebe, der Demut und der Balance des Reiches der EXISTENZ vorbei. Die Individualität unserer geläuterten Personalität ist bei uns - als Geschenk an das SEIN.



27. Quantität im Prozess 29. Die Ruhe des SEINS